Mittendrin statt nur dabei: Was eine Kathedrale mit gelingender Kommunikation zu tun hat.
Genau dieser Frage sind wir in unserem letzten Get-together nachgegangen. Felix Grünwald, ehemaliger Werkstudent bei ILTIS, hat uns in einem spannenden Zeitraffer von 1773 bis heute bildlich dargestellt, welche Bedeutung Räume für gute Kommunikation haben.
Viele von uns haben noch das klassische Bild einer Kathedrale im Kopf: prunkvoll, mit Sitzbänken in Reih und Glied, ausgerichtet auf den Altar im Mittelpunkt. Vorne derjenige, der sein Wissen weitergibt, und die Zuhörer sitzen da, eher dabei als mittendrin.
Auch das ist eine Form der Kommunikation.
Wir kennen sie und haben uns an sie gewöhnt. Warum also etwas verändern, das doch eigentlich ganz gut funktioniert?
Je weiter Felix uns durch seine Präsentation führte, welche er als Bachelorarbeit verfasst hat, desto klarer wurde, worauf sein Beitrag abzielt. Die Architektur des Raums hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: Das klassische Bild wich einem offeneren Raum, und die klare physische Grenze zum Altar löste sich auf. Der Raum verbindet heute Zuhörer und Vortragende stärker miteinander.
Diese Entwicklung kann uns auch etwas darüber sagen, wie wir selbst miteinander kommunizieren können: auf Augenhöhe, und zugleich so, dass die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen möglichst lange beim Wesentlichen bleibt, ohne unnötige Ablenkung.
Wir waren uns einig, dass diese Art der Kommunikation Nähe schafft. Sie hält die Aufmerksamkeit besser, bezieht die Zuhörenden viel stärker ein und erzeugt dieses Gefühl von „mittendrin statt nur dabei“. Und genau das sorgt dafür, dass Gesagtes und Gelerntes nachhaltiger im Kopf bleiben.
Im anschließenden Austausch wurde deutlich, wie vielschichtig das Thema ist. Ein Raum wirkt auf jeden Menschen anders, je nachdem, mit welchen Erwartungen man hineinkommt. Wer ihn zum ersten Mal betritt, fragt sich vielleicht: Wo bin ich hier eigentlich gelandet?
Deshalb braucht es Geduld, behutsames Hinführen und Formate, die Menschen helfen, die neue Bedeutung eines Raums zu erschließen. Das gilt auch für unseren Arbeitsalltag: Wer neue Strukturen einführt, sollte die Prozesse gleich mitdenken, die dazu passen. Und er sollte akzeptieren, dass eine gewachsene Kultur sich nicht von heute auf morgen in eine neue Struktur fügt. Wie wir im Gespräch festgestellt haben, müssen wir dann gemeinsam herausfinden, was in der neuen Ordnung gilt.
Ein herzliches Dankeschön an Felix! Deine Arbeit war spannend, und die Art, wie du sie vorgetragen hast, hat uns richtig Spaß gemacht.






