Wissenstransfer aktiv gestalten: Wie wir den Erfahrungsschatz eines langjährigen Kollegen erhalten haben
Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen, vor denen Unternehmen heute stehen. Immer mehr erfahrene Mitarbeitende gehen in den Ruhestand – und mit ihnen droht ein enormer Verlust an wertvollem Erfahrungswissen. Dieses Wissen ist nicht immer dokumentiert, oft steckt es in den Köpfen Einzelner – gewachsen über Jahrzehnte, geformt durch praktische Erfahrung, persönliche Netzwerke und intuitive Routinen.
Wenn diese Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen, ist das nicht nur ein personeller Einschnitt – es kann auch strategische Lücken reißen.
Die Herausforderung für Unternehmen: Wissen geht leise verloren
Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, dieses stille Wissen rechtzeitig zu erfassen und für nachfolgende Generationen verfügbar zu machen. Dies betrifft nicht nur technische Abläufe oder Fachkenntnisse, sondern auch implizites Wissen: Wie geht man mit bestimmten Kunden um? Welche Prozesse funktionieren informell, aber effektiv? Wo liegen typische Stolperfallen im Projektverlauf?
All das lässt sich nicht einfach in einem Handbuch nachschlagen. Hier sind gezielte, gut vorbereitete Maßnahmen gefragt – ein strukturierter Wissenstransfer, der individuell auf die ausscheidenden Mitarbeitenden und das Team zugeschnitten ist.
Unser Ansatz: Den Wissensschatz von Günter sichern
Vor dieser Aufgabe standen auch wir: Einer unserer langjährigsten Kollegen verabschiedet sich in den Ruhestand. Nach vielen Jahren, in denen er Projekte, Menschen und Strukturen maßgeblich geprägt hat.
Uns war frühzeitig klar: Sein Erfahrungswissen ist ein echter Schatz – und den wollen wir nicht verlieren.
Deshalb haben wir gemeinsam ein internes Projekt gestartet: „Wissensschatz von Günter sichern“.
Mit viel persönlichem Einsatz und enger Zusammenarbeit zwischen Fachbereich, Personalentwicklung und Teamkolleg*innen haben wir folgende Schritte umgesetzt:
- Interviews & Gespräche: In mehreren Sitzungen wurde das Wissen systematisch erhoben – strukturiert, aber mit Raum für persönliche Einblicke.
- Methodendokumentation: Fachliche Abläufe, bewährte Methoden und Arbeitsroutinen wurden gemeinsam aufbereitet und dokumentiert.
- Wissen im Austausch: In internen Workshops und Übergabeformaten hat er sein Wissen aktiv an das Team weitergegeben.
- Erfahrungen sichtbar machen: Besonders wichtig war uns auch, nicht nur Fachliches zu sichern, sondern auch die „weichen Faktoren“ – was ihn motiviert hat, was seine Arbeit ausgemacht hat, was er heute anders machen würde.
Ein herzliches Dankeschön an die Kolleg*innen, die das Projekt mit viel Empathie und Struktur begleitet haben.
Und natürlich an unseren Kollegen für seine Offenheit, seine Zeit und seinen Wunsch, seinem Team etwas Bleibendes zu hinterlassen.
Einblicke, die bleiben: Wissenstransfer ist Zukunftssicherung
Um auch anderen Unternehmen Mut zu machen, diesen Weg frühzeitig zu gehen, teilen wir unsere Erfahrungen in einer kleinen Serie auf LinkedIn.
Diese persönlichen Einblicke zeigen: Wissenstransfer ist mehr als eine Übergabe von Informationen. Es ist ein wertschätzender Dialog zwischen Generationen.
Teil 1: Persönliche Einblicke.
Wir starten mit einer kleinen Beitragsreihe – Teil 1: Persönliche Einblicke.
Darin erfahrt ihr, warum unser Kollege bereit war, sein Wissen zu teilen – und was ihn über all die Jahre motiviert und inspiriert hat.
Wir haben ihn gefragt:
🔹 Was bedeutet es für dich, deine Erfahrung an andere weiterzugeben?
🔹 Was inspiriert dich in deiner Arbeit?
🔹 Was hat für dich den Erfolg und die Zufriedenheit in deiner Arbeit ausgemacht?
🔹 Was hat dich motiviert, was hat dir den Anreiz gegeben?
🔹 Was hättest du gerne vorher gewusst?
Teil 2: Methoden, Mindset & Mut zur Weitergabe
Praxis, Methoden und was wirklich wirkt
Jetzt geht’s ans Eingemachte: Wie arbeitete er als Trainer, Berater und Methodiker?
Was ist ihm wichtig – und was möchte er der nächsten Generation mitgeben?
Im Gespräch wurde schnell klar:
👉 Klare Strukturen, echte Neugier und ein respektvoller Umgang mit Wissen sind für ihn entscheidend.
👉 Gute Beratung heißt nicht: Antworten geben – sondern die richtigen Fragen stellen.
👉 Methoden sind Werkzeuge – entscheidend ist der Umgang damit.
Seine Tipps für nachhaltigen Wissenstransfer:
- Vertrauen vor Technik: Tools helfen – aber Beziehung kommt zuerst.
- Wissen teilen beginnt bei sich selbst: Wer teilt,
- wächst mit.
- Räume schaffen: Für Austausch, Reflexion und auch mal Irritation.📣 Sein Appell an die nächste Generation:
„Habt den Mut, Dinge zu hinterfragen. Versteht, was ihr tut – und warum. Und: Teilt euer Wissen, bevor es jemand braucht.“
Wir sagen: Danke für Klarheit, Haltung und jede Menge Impulse!
Teil 3: Gelebte Erfahrung - Was nicht im Handbuch steht
„Ob Stromausfall oder überhitzter Raum – ein ruhiger Kopf und Improvisation retteten oft den Tag.“
📘 Teil 3 unserer Reihe zum Wissenstransfer: Wenn Erfahrung lebendig bleibt – Einblicke in die Arbeit eines Trainers und Methodikers. Hier geht es um das, was nicht im Handbuch steht – die gelebte Erfahrung.
Unser Kollege war viele Jahre als Trainer und Methodiker bei ILTIS tätig. Hier eine seiner Anekdoten:
🏗️ Wenn der Bagger zuerst kommt – eine Traineranekdote, die bleibt
Manchmal läuft im Training nicht alles nach Plan.
Manchmal fährt ein Bagger einfach quer durch den Seminarraum.
So passiert in einer Berliner Niederlassungen in Spandau. Der Trainingsraum – ein etwas in die Jahre gekommener Anbau – sollte eigentlich wie gewohnt für das Tagestraining genutzt werden.
„Ich war früh vor Ort, baute auf, wunderte mich noch über die Staubschicht – also alles sauber gemacht, vorbereitet.“
Und dann: ein gewaltiger Schlag.
Ein Bagger riss die Vorderwand des Raums ein – während ich noch drin war.
Panisch raus, Baggerfahrer angeschnauzt – und seine völlig ruhige Antwort:
„Warum sind Sie überhaupt noch da drin? Das Ding wird heute abgerissen.“
Tja. Kommunikation ist alles.
Die Info, dass das Training verlegt wurde hatte mich leider nicht erreicht.
Kurzes Chaos, Anruf bei den Teilnehmenden, neue Location – und am Ende lief das Training doch.
👉 Manchmal sind es genau diese Geschichten, die einem zeigen: Flexibilität, Gelassenheit und ein bisschen Humor gehören zum Trainerjob einfach dazu.
Wir danken unserem ehemaligen Kollegen für seinen Wissensschatz. Sein Wissen basiert nicht nur auf Konzepten, sondern auf Situationen, Menschen und Projekten, die ihn geprägt haben.
Teil 4: Beziehungen, Netzwerke als Schlüsselwissen
🤝 Beziehungen sind mehr als Kontakte – sie sind Schlüsselwissen.
Wenn erfahrene Kolleg:innen das Unternehmen verlassen, geht oft mehr verloren als Fachwissen.
Es gehen auch Menschenkenntnis, Vertrauen und gewachsene Netzwerke.
In unserem Wissenstransfer-Projekt war genau das ein zentrales Thema. Wir haben gefragt:
🔑 Mit welchen internen und externen Stakeholdern arbeitest du regelmäßig zusammen?
🔑 Gibt es wichtige Kontakte, die deine Nachfolger/andere Teamer*innen kennen sollten?
🔑 Wie pflegst du diese Beziehungen und Netzwerke?
Wir haben nicht nur Methoden erhalten, sondern auch Haltung.
Wir haben Einblicke erhalten, wie unser Kollege über die Jahre starke Beziehungen aufgebaut und gepflegt hat – zu Kund:innen, Kolleg:innen und Partner:innen.
👉 Warum das wichtig ist?
Weil Beziehungen oft der stille Erfolgsfaktor sind – und weil genau dieses Wissen nicht in Prozesshandbüchern steht.
Teil 5: Insider-Wissen und Tricks
Was gute Trainings wirklich ausmacht.
Wir haben unsere Kollegen gebeten, uns seine Tipps und Tricks zu verraten, die er über die Jahre gelernt hat, die anderen helfen könnten.
Seine Antwort: „Das ist eine wahnsinnig schwierige Frage.“
Ein ganz simpler Tipp ist: Nehme ein weißes Blatt Papier und fange an zu skizzieren. Scribbel ein Denk-Modell davon, was du überhaupt vermitteln willst.
In diesem Teil der Serie „Wissenstransfer aktiv gestalten“ teilt unser Kollege seine wichtigsten Erkenntnisse und praxiserprobten Methoden aus über 30 Jahren Trainingsarbeit.
Dabei geht es nicht um Buzzwords oder didaktische Hochglanztheorien, sondern um das, was wirklich wirkt:
🧠 Denkmodelle statt PowerPoint-Wüsten.
✏️ Skizzen und Struktur als roter Faden.
🔁 Echte Übungen mit echten Fällen.
🧑🤝🧑 Wissen aus dem Raum holen – statt alles selbst erklären.
⏱️ 45-Minuten-Rhythmus + Bewegung.
📌 Offene Fragen bewusst stehen lassen – und später beantworten.
Und was war das wichtigste Learning für ihn selbst?
Beobachten. Begleiten. Lernen im echten Prozess.
Nicht in Seminarräumen, sondern dort, wo Menschen wirklich arbeiten.
👉 Bleibt dran. Die nächsten Beiträge folgen. Oder folgt uns auf LinkedIn.
Fazit
Wir sind überzeugt: Nur wer frühzeitig in systematische Wissenssicherung investiert, wird in Zeiten des demografischen Wandels langfristig handlungsfähig bleiben.
Wissen ist ein zentraler Erfolgsfaktor – aber nur, wenn es geteilt, dokumentiert und weitergegeben
Sie möchten mehr über unseren Wissenstransfer-Ansatz erfahren?
Wir tauschen uns gern mit Ihnen aus – sprechen Sie uns an.






